Schmerzpraxis

Seit 1988 ist die Lüneburger Schmerzpraxis als überregional arbeitende kassenärztliche Schwerpunkteinrichtung eine Anlaufstelle für Patienten mit chronischen Schmerzen.

Sie wurde von der kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen als „Besondere Behandlungseinrichtung“ ausgezeichnet. Wir stehen in der Tradition der Schulmedizin und decken beide großen Fachgebiete der Schmerzmedizin ab: die organisch-körperlichen und die seelisch-psychologischen Aspekte der Erkrankung.

Hierfür steht ein breitgefächertes diagnostisches und therapeutisches Instrumentarium zur Verfügung, das ergänzt wird durch eine enge Kooperation mit spezialisierten Kliniken und Facharztpraxen. Regelmäßige interdisziplinäre Schmerzkonferenzen stellen sicher, daß der Blickwinkel nicht eingeengt wird durch Fachgebietsgrenzen.

Um höchste Sicherheit, Einhaltung neuester Standards und bestmöglichen Erfolg für die Patienten zu garantieren, nimmt die Praxis freiwillig an der sog. Qualitätssicherungsvereinbarung für Schmerzpatienten seit ihrer Ersteinführung 1996 teil, was mit umfangreichen Verpflichtungen und Auflagen einerseits, objektivierten Kontrollmechanismen andererseits verbunden ist.

Doktor Peter Tamme
Bild von einem Arzt

CHRONISCHER SCHMERZ

Chronischer Schmerz unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von Akutschmerz. Während Akutschmerz meist Schutz- und Warncharakter hat, eine auslösende Ursache zu benennen und die Therapie auf Symtombeseitigung ausgerichtet ist, sind die Verhältnisse bei chronischem Schmerz weitaus komplizierter. Hier haben die lange Schmerzbeeinträchtigung und nicht erfolgreiche Vorbehandlungen bereits zu Veränderungen im zentralen Nervensystem und dem Gehirn geführt. Diese zentralnervösen Veränderungen prägen nun das Krankheitsbild, was erklärt, daß die Krankheit sehr viel schwerer zu beeinflussen ist. Die Behandlung der einstmals auslösenden Ursache vermag daran nichts mehr zu ändern, denn selbst gute Methoden für die Therapie dieser Auslöser ändert nichts am bereits „nach oben“ gewanderten Schmerzproblem. Vom kausalen Therapiekonzept bewegt sich das Ziel in Richtung Symptomlinderung, Besserung der Lebensqualität, „Leiseschalten der Alarmanlage“. Eine weitere Besonderheit chronischer Schmerzen besteht darin, daß nicht immer körperliche Probleme im Mittelpunkt stehen. Man ist sich in der Schmerzmedizin darüber einig, daß stets ein Mischbild aus körperlichem, psychischem und sozialem Geschehen vorliegt. Der Schmerztherapeut verschafft sich zu Beginn eine Vorstellung davon, in welcher Gewichtung diese Faktoren am Gesamtgeschehen beteiligt sind. Die dabei entstehende Arbeitshypothese, z.B. bio:psycho:sozial = 33:33:33 oder 20:50:30 usw, muß sich dann auch in der Gewichtung der therapeutischen Maßnahmen widerspiegeln. Ein Dreh- und Angelpunkt der Therapie ist die Herstellung eines Konsens zwischen Patient und Arzt in dieser Frage. So kann es ausgesprochen schwierig sein zu vermitteln, daß der Rückenschmerz erst durch die begleitende depressive Krankheitskomponente so unerträglich geworden ist und daß die Behandlung der Depression besser in der Lage ist, Leid zu reduzieren als Schmerzmittel.

Keine oder nur wenige Medikamente

 

Ein besonderes Anliegen ist es uns, auch Therapien ohne oder mit geringem Medikamenteneinsatz anzubieten.

Die Vorbehalte vieler Patienten gegenüber Pharmakotherapie sind nachvollziehbar und häufig berechtigt. So stellt die Behandlung von Depression und Angst mit Hilfe neuromodulatorischer Verfahren eine Behandlungsalternative zu Pharmako- und Psychotherapie dar, die inzwischen wissenschaftlich sehr gut belegt ist, und selbst in den USA (mit ihren enorm strengen Zulassungsbedingungen) seit 2008 zur Behandlung von Depressionen zugelassen ist.

Bei somatisierten Depressionen (Depressionen, die sich in Form von Schmerz zeigen) setzen wir die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ein, wenn sich die Pharmakotherapie nicht ausreichend wirksam gezeigt hat, aufgrund von Nebenwirkungen aufgegeben werden mußte, vom Patienten abgelehnt wurde oder wenn Gegenanzeigen vorlagen. Ähnliche Überlegungen führten zur Behandlung der Migräne mit tDCS (transkranieller Gleichstrombehandlung), Neuro- und Biofeedback und muskulo-skelettaler Schmerzen mit rPMS (repetitive periphere Magnetstimulation).

Besuchen Sie unsere Spezial-Website zur Depressionsbehandlung mit Hilfe von Neuromodulation

 

In der Praxis von Dr. Tamme wurde die mittlerweile patentierte Achtsamkeitsbasierte Schmerztherapie® (ABST) entwickelt, ein psychologisches Behandlungskonzept für chronisch Schmerzkranke. Grundlegende Informationen zu dieser Methode erhalten Sie, indem Sie auf das ABST-Logo klicken. Das Verfahren basiert auf der Grundüberlegung, daß letztlich unser Geist entscheidet, ob aus Schmerz tatsächlich Leid wird. Deshalb müssen wir diesen Geist in die Lage versetzen, selbst eine Entscheidung hierüber treffen zu können. Anderenfalls nehmen uns im Laufe des Lebens erworbene Automatismen diese Entscheidung ab. Wenn wir nun durch ein gezieltes Training in die Lage versetzt würden, unseren Geist zu zähmen, würde das unser Leid mindern. Ganz einfach,- aber nicht leicht. Eine hervorragende Methode für eine solche Zähmung stellt „Achtsamkeit“ dar.

Führen Sie ein glücklicheres Leben